Weiche von mir… Spiel!

Tauchen Computerspiele ins unserer öffentlichen Wahrnehmung auf, geschieht dies meist vor einem kritischen Hintergrund. Im Grunde fällt die Beurteilung sogar oftmals wirklich vernichtend aus. Dabei geht es gar nicht ausschließlich um die sogenannten Killerspiele, die immer wieder im Zusammenhang mit Amokläufen junger Menschen auftauchen. Die Mitglieder der stetig wachsenden Gemeinschaft von Spielern gelten nach wie vor als Freaks, die in ewig dunklen Kellerräumen ein tristes Dasein fristen und die Sonne nur dann zu Gesicht bekommen, wenn zufällig der Strom ausgefallen ist. Genau genommen haben wir es bei uns aber noch wirklich gut. Es wird zwar immer wieder darüber diskutiert gewisse Spiele auf den Index zu setzen, in ihrer Gesamtheit werden Games aber weitestgehend geduldet. In anderen Teilen der Welt sieht die Sache schon ganz anders aus: In Teilen Somalias – genauer gesagt in den Teilen, die von der Hezb al-lsam kontrolliert werden – sind Videospiele neuerdings verboten. Die Geschichte findet sich inzwischen auf verschiedenen Online-Portalen, wie Gamona oder Zoomgamer.

Was auf den ersten Blick ein wenig kurios klingt, ist in Wahrheit eher traurig. In Somalia herrscht seit beinahe zwei Jahrzehnten ein blutiger Bürgerkrieg. Man kann wohl davon ausgehen, dass es sich bei dem Verbot weniger darum geht der Zerstörung der gesellschaftlichen Traditionen durch Games entgegen zu wirken, wie Hezb al-lsam behauptet. Die traurige Wahrheit lautet wohl, dass man die Jugendlichen aus den Spielsalons heraus auf die Straßen locken möchte, wo sie schließlich als Kämpfer rekrutiert werden.

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