Wer hat’s erfunden?!
Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit. In Deutschland geistert das Thema immer wieder durch die Medienlandschaft, vor allem dann, wenn wieder einmal etwas schreckliches passiert ist. Während hierzulande aber nur diskutiert wird, machen andere Nägel mit Köpfen: Die Schweizer. Der Ständerat, die kleine Kammer des Parlaments, hat ein Verbot von sogenannten Killerspielen beschlossen. Wie dieses im Detail aussehen wird, ist jedoch zunächst unklar. Der Kammer lagen zwei verschiedene Gesetzesvorlagen vor, die sich inhaltlich drastisch unterschieden.
Die Vorlage von Norbert Hochreutner liest sich vergleichsweise milde. Es geht vor allem darum, dass Spiele mit gewalttätigen Inhalten nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden dürfen. Dieser Ansatz lässt sich mit der aktuellen Praxis in Deutschland vergleichen, wo bestimmte Games nur an Erwachsene verkauft werden dürfen. Der schärfere Antrag von Evi Allemann fordert hingehen das Verbot von Herstellung, Import und Verkauf von sogenannten Killerspielen. Beide Vorlagen haben bereits die große Kammer des Parlaments, den Nationalrat, passiert, so dass der Bundesrat nun für eine entsprechende Umsetzung sorgen muss.
Die Debatte ist so alt wie traurig. Man wird das Gefühl nicht los, dass die sogenannten Ballerspiele mal wieder als Sündenbock herhalten müssen. Dabei ist längst nicht klar, ob tatsächlich Computerspiele für ein Herabsinken der Hemmschwelle bezüglich Gewalt verantwortlich sind. Fakt ist, dass ein Großteil der Gamer weder wilde Schläger noch potentielle Amokläufer sind. Dennoch wird einfach pauschal abgeurteilt. Wer virtuell ballert, muss scheinbar stark gefährdet sein.
Natürlich ist es gut und richtig, dass man bestimmte Software nicht in Kinderhände gibt. Diese Praxis wird in Deutschland, wie erwähnt, auch mit recht breiter Zustimmung akzeptiert. EIn komplettes Verbot ist hingegen in keinster Weise hinnehmbar. Es ist unnötig, falsch und verurteilt pauschal sämtliche Spieler, indem es eine Gefahr suggeriert. Es ist schon bizarr welche Ausmaße die ganze Diskussion inzwischen annimmt. Selbst wenn man eine Gefahr wittert, wäre es nicht sinnvoll sich um eine aktive Prävention zu kümmern, indem man sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzt, statt mit Verboten wild um sich zu schlagen? Es bleibt nur zu hoffen, dass sich keine hiesigen Politiker durch die schweizer Kollegen inspiriert fühlen.
Schlagwörter: Ballerspiele, Verbot
You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.